Digital Health
Strukturierte Daten im Patientendossier für eine effektive medizinische Behandlung
Um das elektronische Patientendossier (EPD) im Sinne der Nutzerinnen und Nutzer weiterzuentwickeln, hat die Post vor einem Jahr den EPD-Fachbeirat ins Leben gerufen. Am 3. März 2025 traf sich das Gremium zu einer zweiten Sitzung in Zürich, wo die Expertinnen und Experten neue Ansätze diskutierten, wie man dem EPD Schub verleihen könnte.
Zugegeben, es gibt Kritik am EPD. Dabei wird übersehen, dass sich in den vergangenen Monaten viel getan hat. Gleich zu Beginn der Sitzung legte Rajesh Nair, Leiter Digital Health bei der Post, dar, welche positiven Veränderungen es seit dem ersten Treffen des Fachbeirats gegeben hat: steigende Nutzerzahlen, weitere Anwendungsfälle mit strukturierten Daten, EPD-App für bequemen Zugang zu den Gesundheitsdaten per Smartphone.
Eine wichtige Forderung der letzten Sitzung ist durch den Richtungsentscheid des Bundesrates einen grossen Schritt weitergekommen: In Zukunft soll es nur noch eine technische Plattform für das EPD geben, was die Entwicklung auf Seiten der EPD-Anbieter ebenso wie die Integration der Plattform durch Gesundheitsdienstleister deutlich vereinfachen wird.
Mehr angebundene Institutionen und steigende Nutzerzahlen
Aber auch in anderen Bereichen hat es grosse Fortschritte gegeben: So sind mittlerweile über 1300 Institutionen ans EPD angeschlossen, 4 Millionen Dokumente wurden bereits hochgeladen und jeden Monat kommen 100'000 neue hinzu. In mehreren grossen Spitälern werden heute die Daten dank Tiefenintegration automatisch im EPD abgelegt, wie z.B. am USZ und an der Universitätsklinik Balgrist.
« Der Zugriff auf qualitativ hochwertige Gesundheitsdaten ermöglicht Gesundheitsfachpersonen eine präzisere Medizin und effektivere Behandlungen. »
Barbara Biedermann, praktizierende Hausärztin und Vizepräsidentin Gesundheitsdatenraum Schweiz
Strukturierte Daten als Schlüssel
Interoperabilität und eine Kompatibilität mit internationalen Austauschformaten sind im Praxisalltag sehr wichtig. Deshalb begrüssen die Expertinnen und Experten den Fokus auf den Standard FHIR sowie die Einführung von Sanela-Connect als einfachen Anschluss für Gesundheitseinrichtungen zum EPD. Ein weiteres Anliegen sind dem Fachbeirat die strukturierten Daten. «Der Zugriff auf qualitativ hochwertige Gesundheitsdaten ermöglicht Gesundheitsfachpersonen eine präzisere Medizin und effektivere Behandlungen», ist Barbara Biedermann, praktizierende Hausärztin und Vizepräsidentin Gesundheitsdatenraum Schweiz, überzeugt. Auch hier ist man im vergangenen Jahr einen Schritt weitergekommen, wie Matthias Glück, Direktor der Post Sanela Health AG, ausführte: Sanela hat als erste Stammgemeinschaft das Impfmodul und strukturierte Radiologieberichte ins EPD integriert. Bei der eMedikation wurden die technischen Voraussetzungen bereits geschaffen, nur der Roll out steht noch aus.
Weitere Anreize setzen
Der Fachbeirat hat auch unterstrichen, dass noch Vieles zu tun bleibt: Durch eine Stärkung der Gesundheitskompetenz können die Bürgerinnen und Bürger zu verantwortungsbewussten Verwalterinnen und Verwaltern ihrer eigenen Gesundheitsdaten werden. Ein weiterer Vorschlag: Wer ein EPD eröffnet, könnte belohnt werden, zum Beispiel durch einen Rabatt bei der Krankenkassenprämie. Schliesslich könnten konkrete Anwendungsfälle schon heute umgesetzt werden, z.B. die Integration der in VacMe gespeicherten Impfungen ins EPD oder die Medikationsliste. Gerade bei der Prävention sehen die Mitglieder des Fachbeirats grosses Potential, um weitere Nutzerinnen und Nutzer für das EPD zu gewinnen.
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